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transform Stuttgart! Offenes Manifest des globalen Wandels

Im Rahmen des Aktionstages “transform Stuttgart! Karawane des Wandels” entstand mit den beteiligten Gruppen ein “Offenes Manifest des globalen Wandels”, das ständig weiter entwickelt werden soll.

Am Aktionstag werden wir es verlesen und veröffentlichen.
Hier könnt ihr das Manifest herunterladen (Stand: 06.Juli 2015). OffenesManifest_StuttgartOpenFair_Juli2015

TransformStuttgart!
Offenes Manifest des globalen Wandels

Wir stellen fest: Die Welt braucht einen umfassenden und tiefgreifenden Wandel, auch in Stuttgart. Die globalen Krisen lassen sich nicht mit alten Entwicklungsmodellen bewältigen, neue Herausforderungen brauchen neue Ideen. Wir wollen eine sich transformierende, kreative und aktive Stadtgesellschaft, die sich für die Wiederherstellung der natürlichen Lebensgrundlagen, für die Überwindung von Armut, die Verwirklichung der Menschenrechte weltweit und für Teilhabe und Mitbestimmung einsetzt.
Darum zeigen wir Gruppen aus dem Stuttgart Open Fair mit der „Karawane des Wandels“ heute, wie sich Menschen in Stuttgart für diesen Wandel einsetzen und rufen auf: Macht mit!

Stuttgart ist einsame Spitze bei den Feinstaubwerten. Frischluftschneisen müssen erhalten bleiben, ökologische Bebauungsvorschriften eingeführt und die Stadt mit städtebaulichen Maßnahmen an den Klimawandel angepasst werden. Wir wollen eine Energiewende, ohne fossile und atomare Energieerzeugung mit 100% kommunalen Stadtwerken und effizienten Nah- und Fernwärmenetzen. Im Verkehr wollen wir eine Verkehrswende, Stärkung des Verbunde aus Fußgängern, Fahrrad und ÖPNV, weniger Individualverkehr und ein Konzept für eine emissionsfreie Logistik.
Das Klima- und Umweltbündnis Stuttgart (KUS) versucht die weltweit notwendige „Große Transformation“ politisch auf Ebene der Kommune, derLandes- und Bundespolitisch, juristisch (z.B. Feinstaubklage) und aufklärerisch mit Veranstaltungen umzusetzen.

In Stuttgart landen wie überall sehr viele noch genießbare Lebensmittel in der Tonne. Ursachen sind u.a. billige Preise, geringe Wertschätzung und die massive Überproduktion. Wir wollen globale Zusammenhänge aufzeigen und mehr Bewusstsein im Umgang mit Lebensmitteln.
Darum werden wir von der foodsharing-Gruppe Stuttgart mit immer mehr Betrieben Kooperationen aufbauen, um dort die übrigen Lebensmittel zu retten und kostenlos weiterzuverteilen, durch öffentlichkeitswirksame Aktionen mehr Aufmerksamkeit auf Lebensmittelverschwendung richten und öffentliche Fair-Teiler aufstellen, an denen alle Menschen kostenlos Lebensmittel teilen können.

Statt zu reparieren, recyceln oder upzucyceln wird noch zu viel weggeworfen. Selbst hergestelltes hat einen höheren emotionalen Wert, ist individueller, wird besser behandelt und wird demnach seltener weggeworfen. Denn reparieren ist nachhaltiger als wegwerfen, das gilt auch für Beziehungen!
Darum gibt es mit dem Repair-Cafe und der Offenen Werkstatt die Möglichkeit in angenehmer Atmosphäre kaputte Dinge unter Anleitung selbst zu reparieren, Neues zu erlernen und so der geplanten Obsoleszenz ein Schnippchen zu schlagen!

Orte und Gemeinschaften, welche sich autonom und nachhaltig versorgen möchten, stehen vor dem Problem hierzu Maschinen anschaffen zu müssen, welche bei Defekten teuer und aufwändig repariert werden müssen.
Daher entwickeln und verbessern wir gemeinsam mit IngenieurInnen und TüftlerInnen in der globalen OpenSourceEcology die benötigten Maschinen und Geräte nach dem OpenSource-Prinzip. Modularer Aufbau und die Wiederverwendbarkeit vereinfacht Reparaturen und gewährleistet so Nachhaltigkeit.

Im Kapitalismus orientiert sich die Landwirtschaft am Profit. Deshalb wird für einen anonymen Markt möglichst billig produziert. Saisonarbeiter arbeiten für Hungerlohn, die Böden werden ausgelaugt und Ackergifte ausgetragen. Mit Grüner Gentechnik werden unnötige Wunder versprochen und dem Saatgut wird die Keimfähigkeit genommen.
Darum bildet die Initiative Solidarische Landwirtschaft Stuttgart, SoLaWiS, eine Kooperation mit dem Reyerhof in Stuttgart-Möhringen, der uns mit biologischem, saisonalem und lokalem Gemüse und Brot versorgt. Wir tragen zu einer Solidarischen Ökonomie bei, indem wir auf Bedürfnisse der MitarbeiterInnen und KonsumentInnen achten, solidarisch das wirtschaftliches Risiko des Hofes mittragen und ein Netzwerk solidarischer Landwirtschaft für die Region Stuttgart aufbauen.

In Stuttgart haben wir hautnah das rückwärtsgewandte “Prinzip Stuttgart21″ kennengelernt: auf der Basis von Lügen und Tricksereien wird weiter gebaut – unsere Stadt wird zerstört. Wir wollen dieses Prinzip des profitorientierten Kapitalismus radikal an der Wurzel verändern und ein zukunftsorientiertes Modell der demokratischen Verfügung über die Wirtschaft einrichten.
Darum berichtet die Monatszeitung CONTRASTE seit 30 Jahren über unterschiedlichste Bewegungen und Projekte. Diese Projekte haben bereits damit begonnen, alternatives Wirtschaften zu erproben, Entwicklungen aufzuzeigen und Utopien zu diskutieren: ökologisch und selbstorganisiert, selber MACHEN und darüber reden!

Auch in Stuttgart werden viele Kleidungsstücke verkauft, deren Herstellung unter sklavenähnlichen Bedingungen stattfindet und zu schweren Schäden bei Mensch und Umwelt führt. Wir wollen keine Kleidung, bei deren Herstellung andere arbeiten mussten bis zum Umfallen. Unsere Kleidung soll keine Chemikalien enthalten, welche Umwelt und ArbeiterInnen vergiften.
Darum werden wir, die Stuttgarter Aktionsgruppe der Kampagne für Saubere Kleidung und die Stuttgarter Arbeitsgruppe von terres des hommes, uns für bessere Arbeitsbedingungen und existenzsichernde Löhne in der Textilproduktion einsetzen. Wir protestieren gegen Läden, die eine Wegwerfmentalität in Bezug auf Kleidung anheizen, weisen auf lokale Einkaufsmöglichkeiten für fair und ökologisch produzierte Textilien hin, und fördern Kleidertauschaktionen und Second-Hand-Verkauf.

Wir stellen fest, dass weltweite Vielfachkrisen und „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ entscheidend durch neoliberalen Kapitalismus bedingt sind.
Darum unterstützt die Interreligiöse Gemeinschaft für den Frieden IGF auch weiterhin gute zivilgesellschaftliche und religiöse Transformation und Überwindung „Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“.

Durch die hohe Haftpflichtversicherung und die Haltung der Krankenkassen steht der Berufsstand der Hebammen vor dem baldigen Aus.
Wir, Frauen und Eltern, verteidigen das Recht auf eine selbstbestimmte Geburt mit der freien Wahl des Geburtsortes und der Begleitung durch eine Bezugshebamme. Das ist nur möglich, wenn Hebammen ihren Lebensunterhalt durch ihren Beruf bestreiten können.
Darum werden wir von Mother Hood weiter Eltern über ihre Rechte in Bezug auf Schwangerschaft und Geburt informieren und die Hebammen in ihrem Kampf ums Überleben unterstützen.

In Stuttgart leben tausende Menschen, die ihre Heimat aufgrund von unerträglichen politischen, sozialen, wirtschaftlichen oder klimatischen Bedingungen verlassen mussten. Wir heißen diese Menschen willkommen und setzen uns für einen menschlichen Umgang mit Flüchtlingen ein.
Darum setzen wir von CARE uns für die Verbesserung von Lebensbedingungen weltweit ein, damit Menschen in ihrer Heimat Frieden und einen Zugang zu Nahrung, Bildung und Einkommen finden. Kein Mensch soll sich gezwungen fühlen, aus seiner Heimat zu fliehen.

In Stuttgarts Partnerstadt Menzel Bourguiba in Tunesien herrschen hohe Jugendarbeitslosigkeit, Mangel an kultureller Infrastruktur und ökologischer Mobilität. Nach Jahrzehnten der Diktatur muss die Zivilgesellschaft aufgebaut werden.
Darum arbeitet die Gesellschaft Kultur des Friedens an einer Solidaritätsbrücke Stuttgart – Menzel Bourguiba, mit dem Aufbau eines Fahrradnetzes mit Fahrradwerkstätten für Jugendliche und einer Kulturbrücke mit Spende von Musikinstrumenten.

Das „Offene Manifest des Wandels“ wird fortlaufend weiterentwickelt und ergänzt. Bringt Euch ein!

Ergebnisse_Manifest_TheaterRampe

Im Theater Rampe haben wir den Prozess zum Manifest zusammen mit den ZuschauerInnen begonnen.